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In Verbindung mit den Rocky Mountain Horses begegnet man öfters dem Begriff ASD (Anterior Segment Dysgenesis). Was hat es damit auf sich?

Die RMH sind nicht die einzige Pferderasse, von der diese Problematik rund um die Augen bekannt ist. Zusammen mit den Kentucky Mountain Saddle Horses (KMSH) ist sie aber die am stärksten betroffene. Dafür dürften vor allem zwei Gründe verantwortlich sein: Einerseits konzentrierte sich die Zucht in den ersten Jahren sehr stark auf die Schokofarbe, war also bei einer noch relativ schmalen Basis eine weitgehende Farbzucht. Zum Zweiten wurden bisher bei keiner anderen Rasse derart umfangreiche Untersuchungen bezüglich ASD angestellt.

Im Zusammenhang mit ASD werden die Pferde der betroffenen Rassen basierend auf einer optischen ophthalmologischen Untersuchung in 3 Kategorien eingeteilt:

  • aa - Pferde ohne optisch feststellbare Augen-Abnormität ('clear eyes')
  • aA - Pferde mit Zysten (Cysts) im Glaskörper des Auges
  • AA - Pferde mit ASD, d.h. mit multiplen Augen-Anomalien

Aufgrund der Tatsache, dass die Zysten bzw. ASD bis heute ausschliesslich bei Pferden mit hellem Behang - also bei schokofarbenen Tieren - festgestellt wurden, geht man davon aus, dass diese genetisch bedingt sind und ihre Entstehung mit dem Aufhellungsgen (dem Silver Dapple Gene) dieser Fellfarbe zusammen hängt.

Neuere Untersuchungen lassen darauf schliessen, dass beim Defekt eines Gens einzelne Zysten auftreten, die das Pferd in seiner Sicht in keiner Weise behindern. Bei zwei defekten Genen aber tritt ASD auf - seit neuestem  MCOA (Multiple Congenital Ocular Anomalies) genannt. Diese neue Bezeichnung beschreibt den Augendefekt insofern zutreffender, als dieser unter verschiedenen Symptomen auftreten und verschiedene Bereiche des Auges betreffen kann.

Vorsichtshalber sind unter diesem Gesichtspunkt auch schokofarbene Pferde mit dem Status aa als mögliche Träger des Gendefektes zu betrachten. Dies umso mehr, als neueste Untersuchungen der Universität Lyon offenbar zum Schluss kommen, dass bei sämtlichen untersuchten Pferden, die das Silver Dapple Gene trugen, Zysten festgestellt wurden.


Gleichzeitig mit unseren ersten zwei tragenden Stuten kam auch ein schokofarbener Hengst nach Frankreich. Schliesslich wollten wir potenziellen Kunden vor allem diese attraktive Fellfarbe anbieten. Dann kam das erste Rocky-Fohlen zur Welt. Diagnose: ASD

Ende der 1990er Jahre war ASD unter den amerikanischen Züchtern zwar ein Thema, aber kein allzu wichtiges. Entsprechend hatten wir keine Bedenken, als man uns vorschlug, die eine der Stuten mit einem schokofarbenen Hengst zu belegen. Das Resultat belehrte uns eines Besseren.

Wir beschlossen, den bereits importierten Hengst durch einen mit schwarzer Mähne zu ersetzen und machten uns umgehend auf die Suche. In Wisconsin fanden wir den damals 2-jährigen schwarzen Hengst Ebony Rain, einen direkten Nachkommen von Blue Rain.

Aus der Anpaarung von schwarzem Hengst mit schokofarbenen Stuten kommen bei uns Fohlen zur Welt, die schlimmstenfalls den Status Aa aufweisen, wenn sie einen hellen Behang haben. Die schwarzen Fohlen sind in jedem Fall ASD-frei (Status aa). So können wir mit gutem Gewissen Pferde anbieten, die in ihren Augenfunktionen in keiner Weise beeinträchtigt sind.

Übrigens:
Der 1999 geborene Jasper - unser erstes Rocky-Fohlen - musste 2005 eingeschläfert werden. Das diagnosizierte Karzinom war zwar nach allgemeiner Auffassung keine direkte Folge von ASD. Die extreme Vorwölbung der Augen (richtiggehende Glubschaugen) führte jedoch trotz regelmässiger Behandlung zu einer permanenten Entzündung des Augenwinkels, welche schliesslich die Entstehung eines bösartigen Tumors begünstigte, wenn nicht gar auslöste.