Unsere Zuchtgruppe wird ganzjährig im Offenstall gehalten und besteht aus vier schokofarbenen Stuten sowie einem schwarzen Hengst. Die Pferde haben wir auf unseren ausgedehnten Reisen in Nordamerika in den Jahren 1998 bis 2000 persönlich ausgesucht. Dabei haben wir unser spezielles Augenmerk auf traditionelle alte Blutlinien gerichtet. Entsprechend bewegt sich das Stockmass unserer Rockies zwischen 148 und 155 cm.
Unsere Stuten werden alle zwei Jahre gedeckt. Dabei läuft der Hengst während fast eines Jahres mit den Stuten mit. Kurz vor dem Abfohlen wird er aus der Herde genommen und kommt für ein Jahr auf eine separate Weide. Diese ist so angelegt, dass er jederzeit den Überblick über das Geschehen auf dem Hof hat. Zudem wird er während dieser Zeit intensiver gearbeitet und bleibt so ausgeglichen und kooperativ - so wie man sich einen richtigen Rocky eben wünscht.
Pace's Ebony Rain unser Zuchthengst bei der Bodenarbeit zum Stammbaum
-
Pferd und Mensch im Gleichschritt
Ebony und Jamie
Der Rocky-Hengst und der Border Collie verstehen sich ausgezeichnet und fordern sich gegenseitig zum Spiel auf - auch so ist für Abwechslung gesorgt in der 'stutenfreien' Zeit
"Und wenn es auch einmal tüchtig schneit, bin ich lieber draussen und Herr des Geschehens, anstatt mich im geschützten Stall zu verkriechen."
Die Fohlen erhalten nach der Geburt ihre Erstversorgung. Dann gehen sie mit ihren Müttern auf die Weide und werden kurz danach in die Zuchtgruppe integriert. Die Arbeit mit den Fohlen beginnt bei uns in dem Moment, wo diese neugierig die Nähe des Menschen suchen. Dieser Zeitpunkt ist bei den einzelnen Tieren sehr unterschiedlich. Während das eine schon nach kurzer Zeit Streicheleinheiten geniesst, bleibt ein anderes noch während Wochen eher scheu auf Distanz und versteckt sich hinter seiner Mutter. Dabei ist es unerheblich, ob der Mensch bei der Geburt anwesend war. Vielmehr ist sein Verhalten abhängig von demjenigen seiner Mutter.
Es ist interessant und auch sehr unterhaltsam zu beobachten, wie die Fohlen schon bald die Nähe der Mutter verlassen und ihren Bewegungsdrang in immer weiteren Kreisen ausleben. Mit anfangs noch etwas unsicheren Galoppaden und Bocksprüngen werden Gleichgewicht und Standfestigkeit geprüft und verbessert. Und wenn sie dann miteinander zu spielen beginnen, entwickeln sich unter ein paar Wochen alten Hengstfohlen schon die schönsten Hengstspiele. Neugierig wird das Umfeld erkundet und dabei herausgefunden, dass die eine Stute auch einmal ein fremdes Fohlen unter ihre Fittiche nimmt, während eine andere nur den eigenen Nachwuchs in ihrere Nähe duldet.
Satin Stride - die Stute, die sich mit allen Fohlen gut versteht
Die Fohlen verbringen die ersten 10 Monate ihres Lebens
in Gesellschaft ihrer Mütter und machen so erste Bekanntschaft mit
erwachsenen Tieren. Sie lernen, dass diese sie entweder
freundlich gewähren lassen und machmal sogar zum Spielen oder
Mähnenkraulen auffordern. Sie machen aber auch die Erfahrung, dass andere sie
mit angelegten Ohren, einer Schnappbewegung oder angedeuteten Tritten
auf Distanz halten.
Sie wachsen so in der Geborgenheit der Herde und in
Gesellschaft anderer Jungpferde auf und haben auch einmal Spass daran,
in der Gruppe über die Weide zu galoppieren.
Das Absetzen erfolgt danach in mehreren Schritten und verläuft in diesem Alter relativ unspektakulär. Dabei kommen die Fohlen in die gemischtaltrige Gruppe, wo sie aufwachsen und lernen sich zu integrieren.
Schon die kleinen
Fohlen machen auf dem Reitplatz die Erfahrung, dass das Gerittenwerden
für ihre Mütter etwas Selbstverständliches ist.